Brent springt auf 96 Dollar: Iran-Spannungen kehren zurück – droht der nächste Preisschub?
Nach einer kurzen Entspannung ist der Brent-Rohölpreis am Sonntag wieder auf 96 Dollar geklettert – ein Plus von über 5 Prozent. Grund: Die Iran-Verhandlungen drohen zu scheitern. Was das für Autofahrer in Deutschland bedeutet.
Ölpreis wieder auf dem Weg nach oben
Was sich viele Autofahrer erhofft hatten – ein anhaltender Preisrückgang an der Zapfsäule – steht wieder auf wackeligen Beinen. Brent-Rohöl ist am Sonntag, 20. April, auf 96,26 Dollar pro Barrel gestiegen. Das entspricht einem Tagesplus von 5,58 Prozent. Damit ist ein großer Teil der Entspannung der vergangenen Woche wieder verpufft.
Was steckt hinter dem Anstieg?
Nach der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hatten Händler weltweit die Risikoprämie aus dem Markt genommen. Doch die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden trübt sich ein. Aus diplomatischen Kreisen heißt es, dass weitere Verhandlungsrunden vorerst gescheitert sind. Die Straße von Hormuz – durch die täglich rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen – bleibt damit ein Unsicherheitsfaktor.
Zusätzlich sorgen neue Daten aus den USA für Aufsehen: Die amerikanischen Ölvorräte sind in der vergangenen Woche stärker gesunken als erwartet, was das Angebot zusätzlich verknappt.
Was bedeutet das für den Spritpreis?
Kurzfristig werden die gestiegenen Rohölpreise noch nicht an deutschen Zapfsäulen ankommen – die Lagerbestände der Raffinerien wirken als Puffer. Erfahrungsgemäß dauert es fünf bis zehn Tage bis ein Rohölpreisanstieg sich im Verbraucherpreis niederschlägt.
Wichtig: Das seit 1. April geltende Österreich-Modell schützt Autofahrer nicht vor Preiserhöhungen – es begrenzt sie lediglich auf einmal täglich um 12 Uhr. Steigt der Rohölpreis dauerhaft, werden Tankstellen diese Erhöhung jeden Tag nutzen.
Bleibt der geplante Tankrabatt die Rettung?
Am Donnerstag, 23. April, stimmt der Bundestag über das Energiesteuersenkungsgesetz ab. Eine Senkung von 17 Cent pro Liter ab Mai würde dem aktuellen Preisanstieg entgegenwirken. Die Abstimmung gilt als sicher – entscheidend ist, wie schnell Mineralölkonzerne und Tankstellen die Senkung weitergeben.
Quellen: Fortune, angle360ng.com, ADAC, Bundestag.de