Ölpreise 09. April 2026 SpritExperte Redaktion

Diesel so teuer wie nie – doch Ölpreis stürzt ab: Wann kommt die Entlastung?

Diesel kostet bundesweit im Schnitt 2,45 € pro Liter – ein historisches Allzeithoch. Gleichzeitig ist der Brent-Rohölpreis in den letzten Tagen dramatisch eingebrochen. Warum zahlen Autofahrer trotzdem so viel – und wann sinken die Preise endlich?

Diesel so teuer wie nie – doch Ölpreis stürzt ab: Wann kommt die Entlastung?

Stand 9. April 2026, 08:13 Uhr: Deutsche Autofahrer zahlen heute so viel wie noch nie. Diesel kostet im bundesweiten Durchschnitt 2,447 Euro pro Liter – ein historisches Allzeithoch. Und das, obwohl der Brent-Rohölpreis in den vergangenen Tagen um fast 16 Prozent eingebrochen ist. Ein Paradox, das Millionen Pendler fassungslos macht.

Der Grund für die Schere zwischen Rohöl und Zapfsäule ist so simpel wie frustrierend: Zwischen dem Ölmarkt und dem Preisschild an der Tankstelle liegen drei bis sechs Wochen. Raffinerie-Lieferverträge, die noch zu Kriegs-Höchstpreisen abgeschlossen wurden, laufen erst jetzt aus. Hunderte Öltanker, die wochenlang vor der Straße von Hormus feststeckten, sind noch unterwegs – ihre Ladung kommt erst mit erheblicher Verzögerung in europäischen Raffinerien an. Die Entlastung kommt – aber sie braucht Zeit.

Warum stürzt der Ölpreis so massiv ab?

Der entscheidende Auslöser für den 16-Prozent-Einbruch beim Brent-Preis war die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, die am 8. April verkündet wurde. Kurz vor Ablauf von Trumps Ultimatum einigten sich beide Seiten auf eine zweiwöchige Feuerpause – verbunden mit der Ankündigung, den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder zu ermöglichen. Allein diese Nachricht hat die monatelange Kriegsangst-Prämie fast vollständig aus dem Markt genommen.

Zwei weitere Faktoren verstärken den Abwärtsdruck zusätzlich:

  • OPEC+ Produktionserhöhung: Das Ölkartell hatte bereits am 1. März beschlossen, ab April die Fördermenge um 206.000 Barrel pro Tag zu steigern – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Diese Erhöhung war zwar schon vor dem Ölpreiseinbruch bekannt, drückt aber weiterhin auf das Preisniveau.
  • Trump-Zölle bremsen Weltwirtschaft: Die massiven US-Importzölle dämpfen das globale Wirtschaftswachstum. Weniger Wachstum bedeutet weniger Nachfrage nach Rohöl – und damit strukturell sinkende Preise.

Steuern fressen die Entlastung auf

Was viele nicht wissen: Selbst wenn der Rohölpreis auf null fiele, würden wir an deutschen Tankstellen noch immer über 1,20 Euro pro Liter zahlen. Denn 60 bis 65 Prozent des Endpreises bestehen aus fixen Abgaben – Energiesteuer, CO₂-Abgabe und Mehrwertsteuer. Diese Steuern sind unabhängig vom Ölpreis.

In der Politik wird derzeit intensiv über Entlastungsmaßnahmen diskutiert. Vizekanzler Lars Klingbeil hat einen Energiepreis-Gipfel einberufen und prüft verschiedene Optionen – darunter eine befristete Senkung der Energiesteuer, eine Mobilitätsprämie sowie einen Spritpreisdeckel. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat einen Tankrabatt und eine Übergewinnsteuer auf Ölkonzerne bereits abgelehnt. Eine politische Entscheidung steht noch aus.

„Der Rohölpreis ist eingebrochen, aber an der Zapfsäule sehen wir davon noch nichts. Das ist kein Versagen des Marktes – das ist Physik. Tanklager müssen erst leer laufen." – Energiemarkt-Analyst, 9. April 2026

Szenarien: Wann fällt der Preis wirklich?

Aktuell liegt Super E10 im Bundesschnitt bei rund 2,19 Euro. Um wieder unter die psychologisch wichtige 2-Euro-Marke zu fallen, müsste der Rohölpreis nachhaltig unter 85 US-Dollar sinken – und die Entlastung müsste auch tatsächlich an den Tankstellen ankommen. Drei Szenarien sind denkbar:

  • Szenario 1 (Stabil): Waffenruhe hält, Islamabad-Gespräche machen Fortschritte, Hormus bleibt geöffnet – E10 sinkt bis Ende April auf ca. 2,00 bis 2,05 Euro.
  • Szenario 2 (Eskalation): Islamabad-Gespräche scheitern, Straße von Hormus wieder unsicher – Preise springen sofort auf über 2,30 Euro zurück.
  • Szenario 3 (Optimistisch): Vollständige Einigung im Iran-Konflikt, Rohöl fällt unter 80 Dollar – Preise unter 2,00 Euro ab Anfang Mai möglich.

Der unterschätzte Wechselkurs-Effekt

Ein weiterer Bremsfaktor für deutsche Autofahrer: Da Rohöl weltweit in US-Dollar gehandelt wird, bremst der aktuell schwache Euro die Entlastung aus. Trotz des 16-prozentigen Ölpreissturzes kommt davon effektiv nur ein Teil bei uns an – der Rest wird durch den ungünstigen Dollar-Kurs aufgefressen.

Fazit: Jetzt klug tanken – nicht warten

Die Entlastung kommt, aber nicht über Nacht. Wer heute tanken muss, sollte das Österreich-Modell zu seinem Vorteil nutzen: Seit dem 1. April dürfen Tankstellen den Preis nur noch einmal täglich erhöhen – Punkt 12:00 Uhr. Wer vor 11:45 Uhr oder nach 18:00 Uhr tankt, zahlt in der Regel deutlich weniger.

SpritExperte-Tipp: Nutze den Preisvergleich auf SpritExperte.de, um in Echtzeit die günstigste Tankstelle in deiner Nähe zu finden – gerade in Phasen mit großen Preisschwankungen können die Unterschiede zwischen den Stationen bis zu 15 Cent pro Liter betragen.

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