Islamabad statt Oman: Iran reist zu neuer Verhandlungsrunde – Brent fällt auf 94 Dollar
Teheran schickt eine Delegation nach Islamabad – unter pakistanischer Vermittlung. Der Ölmarkt reagiert sofort: Brent fällt auf 94,44 Dollar. Was das für Autofahrer noch diese Woche bedeutet.
Der Ölpreis hat heute Nachmittag spürbar nachgegeben: Brent-Rohöl fiel um bis zu 1,1 Prozent auf 94,44 Dollar je Barrel – der niedrigste Stand seit dem Wochenende. Der Auslöser: Der Iran wird eine Delegation zu Gesprächen nach Islamabad entsenden, diesmal unter pakistanischer Vermittlung.
Was ist neu gegenüber dem Morgen?
Heute früh berichteten wir noch über allgemeine Hoffnungen auf Diplomatie. Jetzt gibt es Konkretes: Pakistan übernimmt die Gastgeberrolle für direkte Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. US-Vizepräsident JD Vance signalisierte Fortschritte, machte aber klar – ohne Zugeständnisse beim Atomprogramm gibt es kein Abkommen.
Präsident Trump hatte zuletzt gewarnt, die Waffenruhe nicht zu verlängern, sollte bis Wochenende keine Einigung stehen. Gleichzeitig bleibt die Drohung, die Straße von Hormuz weiter zu blockieren. Der Markt bleibt daher nervös – aber die Richtung zeigt kurzfristig nach unten.
OPEC+ legt noch einen drauf
Zusätzlich zur Diplomatie gibt es ein zweites preisdämpfendes Signal: Acht OPEC+-Kernstaaten – darunter Saudi-Arabien, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate – einigten sich auf eine koordinierte Fördererhöhung um 206.000 Barrel pro Tag ab Mai 2026. Mehr Angebot auf dem Weltmarkt drückt zusätzlich auf den Preis.
Zusammen mit den Hoffnungen auf eine Lösung im Iran-Konflikt ergibt sich damit ein doppelter Abwärtsdruck – zumindest kurzfristig.
Was bedeutet das an der Zapfsäule?
Wenn Brent in den nächsten Tagen bei 93–95 Dollar bleibt, könnten die Spritpreise in Deutschland bis Ende der Woche um weitere 1–2 Cent sinken. Viel hängt davon ab, wie die Islamabad-Gespräche laufen – scheitern sie erneut, dreht der Markt sofort wieder nach oben.
Hinzu kommt: Am Donnerstag stimmt der Bundestag über den Tankrabatt ab. Bei positivem Ausgang könnten E10-Preise im Mai erstmals wieder unter 1,90 Euro fallen.
Quellen: Bloomberg, ad-hoc-news.de, ADAC