Morgen entscheidet der Bundestag: 17 Cent Tankrabatt – aber reicht das noch?
Morgen stimmt der Bundestag über den Tankrabatt ab – 17 Cent weniger pro Liter ab Mai. Doch die Hormuz-Krise treibt die Preise schneller hoch als der Rabatt sie senken kann. Eine nüchterne Rechnung.
Morgen, Donnerstag 23. April, stimmt der Bundestag über den geplanten Tankrabatt von 17 Cent je Liter ab. Der Zeitpunkt könnte kaum schlechter sein: Ausgerechnet jetzt eskaliert die Hormuz-Krise, der Waffenstillstand ist heute abgelaufen – und die Spritpreise ziehen an.
Was der Bundestag morgen beschließt
CDU/CSU und SPD planen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ab dem 1. Mai bis 30. Juni 2026 um 14,04 Cent je Liter zu senken. Inklusive der anteiligen Mehrwertsteuer ergibt das rund 17 Cent weniger pro Liter. Der Bundesrat könnte noch am Freitag, 24. April, zustimmen – dann wäre der Weg frei für den Rabatt in neun Tagen.
Die Koalition hat rechnerisch eine sichere Mehrheit. Mit einer Ablehnung ist nicht zu rechnen.
Die unbequeme Rechnung
Klingt gut. Aber: Brent ist heute auf über 101 Dollar gestiegen. Vor drei Wochen lag der Preis noch bei 87–88 Dollar – ein Anstieg von rund 15 Prozent. An deutschen Tankstellen sind das bei E10 bereits +8 bis 10 Cent je Liter mehr als Mitte April.
Konkret: Der 17-Cent-Rabatt kompensiert die gestiegenen Rohstoffkosten gerade so – unter der Bedingung, dass der Ölpreis nicht weiter steigt und die Konzerne den Rabatt vollständig weitergeben. Beides ist unsicher.
Was das Kartellamt diesmal anders macht
Beim Tankrabatt 2022 gaben Mineralölkonzerne nur 60–70 Prozent weiter. Das Bundeskartellamt hat diesmal angekündigt, die Preisentwicklung täglich zu beobachten und bei Verdacht auf Marktmachtmissbrauch sofort einzuschreiten. Neu: Tankstellen müssen Preisänderungen in Echtzeit an die MTS-K melden – die Daten sind öffentlich einsehbar.
Wann lohnt sich volltanken?
Wenn der Rabatt kommt und die Konzerne ihn weitergeben, könnten E10-Preise ab 1. Mai wieder unter 1,90 Euro fallen – vorausgesetzt, der Ölpreis stabilisiert sich. Hält die Hormuz-Blockade jedoch an, könnte ein gleichzeitig steigender Rohölpreis den Rabatt-Effekt vollständig auffressen.
Unsere Empfehlung: Nicht auf Vorrat tanken in Erwartung des Rabatts – sondern immer dann, wenn der lokale Preis günstig ist. Auf SpritExperte siehst du das live.
Quellen: Bundestag.de, ZDFheute, ADAC, MTS-K live