Wirtschaft 19. April 2026 SpritExperte Redaktion

Spritmarkt beruhigt sich – aber Raffineriekrise könnte den nächsten Preisschub auslösen

Die Kraftstoffpreise in Deutschland stabilisieren sich nach Wochen der Volatilität. Doch im Hintergrund schwelt ein strukturelles Problem: Deutsche Raffineriekapazitäten sinken 2026 um 12 Millionen Tonnen. Was das langfristig für den Spritpreis bedeutet.

Spritmarkt beruhigt sich – aber Raffineriekrise könnte den nächsten Preisschub auslösen
Bildquelle: Wikimedia Commons / CC BY-SA

Eine Woche der Wende

Die Woche vom 14. bis 19. April markiert einen möglichen Wendepunkt am deutschen Kraftstoffmarkt. Nach wochenlangen Rekordpreisen – Diesel erreichte zeitweise 2,447 Euro pro Liter – haben sich die Preise spürbar beruhigt. Bundesweit liegt E10 aktuell bei rund 2,107 Euro, Diesel bei 2,286 Euro.

Drei Faktoren haben dabei geholfen: Die Iran-Deeskalation, die überraschende OPEC+-Fördererhöhung und das seit 1. April greifende Österreich-Modell mit einmal täglicher Preiserhöhungsgrenze.

Das unsichtbare Problem: Raffineriekapazitäten

Was in den Schlagzeilen kaum vorkommt, aber den Markt langfristig belasten könnte: Deutsche Raffinerien haben ihre Kapazitäten 2026 massiv reduziert. Die Rheinland-Raffinerie wurde um 8 Millionen Tonnen Jahreskapazität verkleinert, BP Gelsenkirchen um weitere 4 Millionen Tonnen. Insgesamt sinkt die deutsche Raffineriekapazität damit um 12 Millionen Tonnen pro Jahr.

Weniger Raffineriekapazität bedeutet: Deutschland importiert einen größeren Anteil seines Kraftstoffs aus dem Ausland – und ist damit anfälliger für globale Preisschwankungen und Lieferkettenstörungen.

Was das für dich bedeutet

Kurzfristig ist die Lage entspannt. Der Markt beruhigt sich, die Politik arbeitet am Tankrabatt, und die OPEC liefert mehr. Aber die strukturellen Risiken bleiben: Eine neue geopolitische Krise, ein harter Winter oder ein Nachfragesprung in Asien können den Markt schnell wieder drehen.

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Steueranteil: Was du wirklich bezahlst

Ein oft übersehener Fakt: Von jedem Euro den du für E10 bezahlst, gehen rund 54 Cent direkt an den Staat – als Energiesteuer und Mehrwertsteuer. Bei Diesel sind es immerhin noch rund 43 Cent. Der geplante Tankrabatt würde diesen Anteil vorübergehend etwas senken. Strukturell bleibt Deutschland aber eines der am stärksten besteuerten Länder beim Kraftstoff in Europa.

Quellen: Bundesnetzagentur / MTS-K, ADAC, ed-info.de (Raffineriedaten), Mineralölwirtschaftsverband

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